DEFS132

Fest der Heiligen Familie

Die Jungen und ihr Lebensplan

Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach. Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten. Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort. Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte. Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen. Jesus aber wuchs heran und seine Weisheit nahm zu und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen. Lk 2,41-52

Das Evangelium von heute erlaubt uns, ein Thema anzugehen, das alle Familien auf der Welt erfahren: den Lebensplan der Kinder und die Gelegenheit der Trennung von den Eltern. Maria und Josef machen sich Sorgen denn, als sie von der jährlichen Pilgerreise nach Jerusalem zurückkehrten und Jesus zwölf Jahre alt (und so nach der jüdischen Tradition volljährig) war, sie haben ihn verloren; tatsächlich ist er in der Stadt geblieben, anstatt mit ihnen abzufahren, um nach Nazaret zurückzukehren. Sie finden ihn im Tempel wieder, während er den Lehrern mit seinen Fragen und seinen Antworten widerstand: Und hier beginnt der Dialog zwischen Jesus und Maria, woran wir heute nachdenken wollen.

Maria: „Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht“. Jesus: „Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“ Aber Maria und Josef verstehen seine Worte nicht. Dieser Dialog erklärt die Tatsache, dass die Familie von Nazaret auch die Probleme aller Familien erlebt hat: Auf einmal beginnen die Kinder, wenn sie gut erwachsen sind, zu empfinden, dass sie einen zu verwirklichen Lebensplan und einen auszuführen Auftrag haben, aber darüber sprechen sie nicht mit ihren Eltern, denn sie haben davon keine klare Ahnung. Es wäre besser, wenn sie es tun würden, denn sie könnten einige nützlichen Empfehlungen bekommen, aber in der Tat machen sie es nicht, denn sie erwarten, dass der Plan entwickelt ist und er in sie Wurzeln schlägt, so dass sie die Kritik der Eltern widerstehen können. Es ist einfacher, dass sie darüber mit einem Freund sprechen.

Obwohl er „heran wuchs“,  „Gott [ihn] mit Weisheit erfüllte und seine Gnade auf ihm ruhte“ und er Maria und Josef „gehorsam war“, war Jesus auch sehr dunkel über das Thema seines Lebensplans und seines Auftrags auf der Welt. Das bedeutet, dass es ein natürliches und normales Verhalten ist. Sicher weiß er, wie auch Maria und Josef wissen, dass er Gottes Sohn ist und er einen auszuführen Auftrag für die Welt hat, aber er weiß noch nicht bestimmt, was er ist, wie alle Jungen es nicht wissen, wenn sie eine Berufung hören oder einen Traum hegen, aber sie haben noch nicht gut verstanden, was es ist.

Die Szene des Dialogs Jesus mit seinen Eltern im Tempel schließt mit eine Behauptung: „Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte“. Sie konnten nicht verstehen, weil Jesus selbst noch nicht die Grenzen seines Lebensplans klar hatte. Trotzdem, beginnt er schon in der Passage von heute wegen einer jener Eingebungen, die die Jungen oft haben, mit den Lehrern zu debattieren, da er empfindet, dass sie während seines ganzen öffentlichen Lebens die Gegenpartei seinem Gedanken repräsentieren werden.

Die Passage von heute ist die einzige, die über die Jugend Jesus redet, aber sie ist auch ein glänzendes Licht, das eine der schwierigsten Momenten des Familienlebens erleuchtet.

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