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XII Woche im Jahreskreis – Samstag

Die Soldaten und unser Fahrer

Als er nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn:  Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen. Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. Auch ich muss Befehlen gehorchen und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es. Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden. …. Und zum Hauptmann sagte Jesus: Geh! Es soll geschehen, wie du geglaubt hast. Und in derselben Stunde wurde der Diener gesund. …. Am Abend brachte man viele Besessene zu ihm. Er trieb mit seinem Wort die Geister aus und heilte alle Kranken. Dadurch sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Er hat unsere Leiden auf sich genommen und unsere Krankheiten getragen. Mt 8,5-17

Wenn im Evangelium wir einem Zenturio begegnen, bekommen wir immer große Glaubenslehre. Der Zenturio von heute ist im Dienst in Kafarnaum, in Galiläa. Er preist die Herrschaft Jesu wie wenige andere Personen im Evangelium: „Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. Jesus war erstaunt, als er das hörte und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden“. Es gibt einen Satz von Jesaja am ende des Evangelium von heute: „Er hat unsere Leiden auf sich genommen und unsere Krankheiten getragen“: Er erinnert uns aber an den Zenturio im Dienst in Jerusalem, den wir unter dem Kreuz treffen. Er ist da, um zu kontrollieren, dass die Vollstreckung richtig erledigt wird, und er sieht Jesus so sterben, indem er allen vergibt, und er lässt zum ersten Man auf der Erde denselben Satz klingen, den Gott an Jesus während der Verklärung auf dem Berg Tabor richtete: „Wahrhaftig, das war Gottes Sohn“ (Mt 27, 54). Diese Soldaten sind zwei Heiden, sie sind da in ihrem Dienst, sie sind nicht Teil der Menge, die Jesus am Meer von Galiläa entlang folgt, und noch nicht Teil der Menge, die auf dem Golgota war. Sie gehören zu den Menschen, die zufällig da sind, aber alles verstehen und uns lehren, was der Glaube ist. Dieses Jahr bin ich eine Woche in Medjugorje zusammen mit einer Gruppe gewesen. An der Mahlzeit saß Paolo, der Fahrer des Busses, immer neben mir. Einen tag fragte ich ihn: „Paolo, bist du hier nur als Fahrer, oder auch für einen geistlichen Weg?“. Er antwortete: „Das ist das zweiundzwanzigste Mal, dass ich Gruppen nach Medjugorje bringe, und jedesmal habe ich immer die Weise gefunden, das zu tun, was ihr tut, soweit es mit meinem Dienst vereinbar ist. Die einzige Tätigkeit, die ich nicht machen kann, ist, die Erscheinungsberge zu steigen, denn sie sind sehr uneben, und wegen des Diensts, die ich erledige, kann ich die Gefahr nicht laufen, mir ein Fußgelenk zu verrenken“. Was für eine Lehre!

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