DEFS061

XXXII Woche im Jahreskreis – Sonntag

Die zweite Ankunft des Herrn

Wenn Jesus – und das ist unser Glaube – gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen. Denn dies sagen wir euch nach einem Wort des Herrn: Wir, die Lebenden, die noch übrig sind, wenn der Herr kommt, werden den Verstorbenen nichts voraushaben. Denn der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen, wenn der Befehl ergeht, der Erzengel ruft und die Posaune Gottes erschallt. Zuerst werden die in Christus Verstorbenen auferstehen; dann werden wir, die Lebenden, die noch übrig sind, zugleich mit ihnen auf den Wolken in die Luft entrückt, dem Herrn entgegen. Dann werden wir immer beim Herrn sein. Tröstet also einander mit diesen Worten! 1Thess 4,14-18

Paulus verkündet heute drei Ereignisse, die für uns Christen drei absolute Wahrheiten sind: „Jesus ist gestorben und auferstanden“, die, die im Glauben gestorben sind, sind „mit ihm“ und am Ende der Zeit wird eine zweite „Ankunft des Herrn“ da sein. Die erste Wahrheit ist schon geschehen und macht die andere zwei sicher. Um an sie zu glauben, müssen wir denselben Glaubensweg deren treten, die an der Genesung des Gelähmten teilgenommen haben: „Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause!“ (Lk 5, 24). Die zweite Wahrheit (die im Glauben Gestorbenen in Gott mit Jesus Christus sind) ist uns Grund großen Trosts: Sie macht uns sicher, dass unsere Liebsten in Paradies, in der Kommunion der Heiligen, sind, und dass es auch unser ewiges Schicksal ist. Paulus weiß nicht, wenn die dritte Wahrheit – die zweite Ankunft des Herrn am Ende der Zeit – geschieht, und er stellt sich vor, dass sie nah ist. Sie braucht aber lange Zeit, um erfüllt zu werden, da schon zweitausend Jahre vergangen sind, und man weiß nicht, wie viele Jahre noch vergehen müssen. Um eine Vorstellung der eschatologischen Zeit zu haben, muss man an den Weg denken, der das Volk Israel in der Wüste zurücklegte, bevor ins Gelobte Land anzukommen: Er prophezeit den Weg, den die Menschheit in der Geschichte zurücklegen muss. Wenn wir an eine Landkarte jenen Weg zeichnen, werden wir davon getroffen, dass die Juden kürzlich in der Nähe jenes Lands (das später Palästina wurde) kamen, aber dann verloren sie sich neulich in der Wüste, wo sie vierzig Jahre wanderten. Indem man über das Buch Exodus nachdenkt, ist es einfach, bewusst zu werden, dass das passierte, weil das jüdische Volk noch nicht bereit war, ins Gelobte Land hineinzutreten: Es muss lang die Wüste erfahren, um neulich seine Treue an seinem Gott zu erfahren, und das Menschen- und Glaubensreifen zu erreichen, das es nicht hatte. Von der Prophezeiung sprechen wir jetzt über die Voraussicht, wann das Ende der Zeit geschehen wird, und wir können uns vorstellen, dass es nicht nah ist, denn es uns scheint, dass die Menschheit noch einen langen menschlichen und christlichen Weg vor sich hat, bevor bereit zu der endgültigen Äußerung der Herrschaft Gottes zu sein.

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