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XXVI  Woche im Jahreskreis – Montag

Die Kirche von Jerusalem

Und es geschah des Herrn Wort: […] So spricht der Herr : Ich kehre wieder auf den Zion zurück und will zu Jerusalem wohnen, dass Jerusalem eine Stadt der Treue heißen soll […] Es sollen hinfort wieder sitzen auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen, jeder mit seinem Stock in der Hand vor hohem Alter, und die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen. So spricht der Herr Zebaoth: Erscheint dies auch unmöglich in den Augen derer, die in dieser Zeit übrig geblieben sind von diesem Volk, sollte es darum auch unmöglich erscheinen in meinen Augen? […] Siehe, ich will mein Volk erlösen aus dem Lande gegen Aufgang und aus dem Lande gegen Niedergang der Sonne und will sie heimbringen, dass sie in Jerusalem wohnen. Und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein in Treue und Gerechtigkeit.  Sach 8,1-8

Es ist um 520 v.Chr. Die Mission des Propheten Sacharja zielt darauf, die Heimkehrer vom Exil in Babylon zu ermutigen, indem er sie über das Wohlwollen für sie versichert. Der Tempel ist schon wiedergebaut worden, aber das Volk sieht die Zeichen der Segnung Gottes auf dem großen erfüllten Werk nicht, die dagegen es erwartete. In der Stelle von heute hat dann Sacharja für das entmutigte Volk Worte aus Trost, indem er eine ganze Reihe messianische Visionen über das künftige Leben in Jerusalem verkündet: „Jerusalem soll eine Stadt der Treue heißen. Es sollen hinfort wieder sitzen auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen […] Die Plätze der Stadt solle voll sein von Knaben und Mädchen“. Das ist die Vision einer heiteren, friedlichen Stadt Jerusalem, ohne Erregung. Das ist keine apokalyptische Szene, denn die Prophezeiung bezieht sich auf eine Lage, die in der Geschichte geschehen muss: „Sieh, ich will mein Volk erlösen […], sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein in Treue und Gerechtigkeit“.

Wenn wir an die Geschichte Jerusalems im Laufe der Jahrhunderte denken, indem wir diese Stelle von Sacharja lesen, sollen wir darüber einigen, dass diese Prophezeiung sich noch nicht erfüllt hat. Heutzutage wird die „Stadt“ von den christlichen, jüdischen und moslemischen Religionen abgestritten und sie erlebt politisch den teils kalten und teils warmen Krieg zwischen Israel und die Palästinensern. Sie ist ein Pulverfass. Wenn die Prophezeiung von heute ist Wort Gottes, kommt ein Tag trotzdem, an dem die alten Leute zusammen in den Plätze zu unterhalten sitzen werden, während die jungen Leute zusammen spielen werden. Das kann geschehen, nur wenn die Juden Jesus als der Messias anerkennen und die drei monotheistischen Religionen sich unter demselben Gott Jesu Christi erkennen. In jenem Moment wird der Vatikan ziehen und die Kirche von Jerusalem wird entstehen. Es ist ein Traum, aber nichts ist für Gott unmöglich.

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