DESM014

29 Juni, Petrus und Paulus, Apostel 

Liebe für den Herrn 

[…] Jesus […] fragte seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. Mt 16,13-19

Als wir am Ende 1975 wir von Legnano nach Saronno umgezogen waren, lernten wir Oliviero Gulot kennen, einen Mensch, der von fast Atheist, als er war, den Glauben wieder gefunden hatte und ihn ganz fesselnd lebte. Er brachte die Bibel in seiner Tasche mit und nahm sie ab und zu daraus, las einige Versen davon, wie ein Wanderer einen Schluck Wasser trinkt, und stellte sie wieder darin. Oliviero sprach uns über den Herrn in einer verschiedenen, für einen, der nicht Priester war, seltenen Art. In kurzer Zeit fingen wir an, zusammen zu beten, und nach einem Paar Monate gründeten wir eine Gebetsgruppe nach dem charismatischen Stil, die von etwa zehn Personen besucht wurde. Wir trafen uns zweimal in der Woche, wir beteten, wir dachten über die Heilige Schrift nach. Da Oliviero kurz Witwer geblieben war, als wir ihn kennen gelernt hatten, luden wir ihn oft zu Mittag ein und während des Mahls passierte uns, dass die Unterhaltung zu unserem Wunsch richtete, das Leben zusammen – wenn nicht auch gemeinsam – zu leben. Wir waren nie darüber aber einverstanden, wie dazu zu gelingen. Einen Tag, wenn unsere Unterhaltung erhitzter als immer waren, rief Oliviero aus: „Pierluigi, nur der Herr konnte zwei Menschen wie uns zusammen zu stellen!“. Das war richtig, wir waren in alles verschieden, aber über den Wunsch einverstanden, ein dem Herrn gewidmetes Leben zu leben. Nach einem Paar Jahren lernte Oliviero Francesca Kennen, sie auch Witwe, sie heirateten, sie gingen nach einer anderen Stadt wohnen und von da an haben wir mit unserem Glaubensweg in verschiedenen Umfeldern fortgesetzt, indem wir uns ab und zu getroffen haben. Aber sein Ausruf über unsere Verschiedenheiten, obwohl wir von demselben Glauben an Herrn belebt waren, kommt mir immer in den Sinn an diesem Tag des Kirchenjahrs, an dem man die Heiligen Petrus und Paulus feiert. Diese zwei Stütze des Christentums hatten nur die Liebe für den Herrn gemeinsam; übrigens waren sie ganz verschieden: im Charakter, im Kultur und vor allem mit den Missionsstrategien. Petrus wendete sich der Evangelisierung der jüdischen Welt, Paulus der Evangelisierung der Heiden. Einen Tag kollidierten sie in Jerusalem miteinander und Petrus musste die missionarischen Ideen von Paulus akzeptieren, denn er wurde bewusst, dass sie erleuchteter waren. Obwohl sie immer verschieden blieben, fanden sie sich wieder am Ende in Rom, wo beide als Märtyrer für den Herrn starben.

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