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XXII Woche im Jahreskreis – Freitag

Das Fest und das Fasten  

Sie aber sprachen zu ihm: Die Jünger des Johannes fasten oft und beten viel, ebenso die Jünger der Pharisäer; aber deine Jünger essen und trinken. Jesus sprach aber zu ihnen: Ihr könnt die Hochzeitsgäste nicht fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist. Es wird aber die Zeit kommen, dass der Bräutigam von ihnen genommen wird; dann werden sie fasten, in jenen Tagen. Und er sagte zu ihnen ein Gleichnis: Niemand reißt einen Lappen von einem neuen Kleid und flickt ihn auf ein altes Kleid; sonst zerreißt man das neue und der Lappen vom neuen passt nicht auf das alte. Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der neue Wein die Schläuche und wird verschüttet und die Schläuche verderben. Sondern neuen Wein soll man in neue Schläuche füllen. Lk 5,33-38

Die ersten Verse des Evangeliums, die heute die Kirche vorbringt, lassen uns über die Momente von freudigem Zusammenleben unter Glaubensbrüdern nachdenken. Jesus muss eigentlich die Freude des Zusammenlebens von denen verteidigen, die ihm tadelten, dass er nicht fastete. In seiner Antwort an die Schriftgelehrten habe ich mich die Szene des Sonntagmorgens um Mittag wieder vorgestellt, wenn die Küche sich mit Enkeln erfüllt hat, die sich um meine gesalzenen Krapfen zankten und Papierservietten hatten, um bereit zu sein, sie zu fassen, sobald ich sie von der noch heißen Pfanne abgenommen hatte. Mir scheint es, noch einmal jene fröhlichen Augen und jene schmierigen Händchen zu sehen. Ich bin sicher, dass diese Momente gefallen dem Herrn, denn die Freude der Kleinen nährt die Herrlichkeit des Vaters. Trotzdem kann man nicht im Laufe des Lebens immer froh sein: Manchmal bevorstehen die Probleme und die Leiden können uns jeden Augenblick herunterfallen. Diese sind die Momente der Probe und des Fastens. Auch das Fasten ist ein Moment von Herrlichkeit, denn es erlaubt uns, die Leiden der Menschheit zu teilen, wie mehrmals die Jungfrau in Medjugorje uns gesagt hat. Sie sind Momente, die man mit Zurückhaltung bedecken muss, die in Intimität mit dem Herrn zu leben sind, wie eine Art stilles Gebet, das uns in die Leiden der Welt senkt und uns erlaubt, ein wenig sie auf uns zu laden. Aber der Sonntag ist der Tag des Herrn und, nach heiligem Augustinus, ist es eine Sünde, jenen Tag traurig zu sein. Dann sollen wir feiern: Wir sollen unser frohes Gesicht als Christen zeigen, indem wir unsere Liebsten empfangen und das, was wir gutes haben, von den Nudeln mit Soße bis zum Chianti von unserem geliebten Toskana, von den lustigen Erzählungen des Opas bis zu den Kuchen von Anna Rita, teilen. Und wenn wir einen Geburtstag feiern, gerne singen wir alle zusammen, auch die Falschsingenden: Silvia wird dagegen alles mit seiner Gitarre decken!

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