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XX Woche im Jahreskreis – Dienstag

Die Gabe und die Anteilnahme

Da sagte Jesus zu seinen Jüngern: Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen. Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. […] Da antwortete Petrus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? Jesus erwiderte ihnen: […] Jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.  Mt 19,23-29

Im Evangelium von gestern hatte der junge Reiche sich entscheidet, Jesus nicht zu folgen, und er war traurig weggegangen; die Stelle von heute verallgemeinert jenes Ereignis und verkündet, „Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen“. Wir haben schon über den vom Evangelium gebrachten Begriff der Wirtschaft nachgedacht, die auf dem Geben und dem Aufteilen statt des Besitzens beruht. Heute machen wir mit diesem Thema weiter, um zu verstehen, wie es möglich ist, die Dynamik der Gabe und der Anteilnahme im Alltag zu verwirklichen. Das Milieu, wo seit der Kindheit man diese Werte lernt, ist die Familie, die die einfachste Form Gesellschaft und Kirche ist, wie die Zelle ist so des ganzen Universums. In der Familie bekommt man die Gabe des Lebens, die Fürsorge, die Aufmerksamkeit, die Bildung und die Erziehung, um unser Gesellschaftsleben zu leben. Dort lernen wir die Zeit des Tags, den Raum im Haus, das tägliche Brot, das Wohlsein, die Lebenspläne, die Meinungen, die Probleme, die Sorgen, die Freuden, die Leiden, die Vergebung teilen.

Wenn sie ihre eigene Familie bilden, erinnern wir gern unseren Kindern eine der wertvollsten vom Leben bekommenen Lehren: Was man teilt, das vereinigt; was man nicht teilt, das trennt. Die wichtigste Anteilnahme, diejenige, die alle andere möglich macht, ist das Beten. Es ist wahr, das jeder ein eigenes Beten haben muss, aber es ist wesentlich, die Art und Moment zum Familienbeten zu finden, denn die Einigkeit und die Gemeinsamkeit sind nicht die Frucht unserer Mühen, sonder der Gemeinsamkeit mit dem Herrn. Es ist im Buch Genesis geschrieben, dass, als sie geschaffen wurden, Adam und Eva vor der Erbsünde in solche vollkommene Gemeinsamkeit unter einander waren, dass sie nackt waren, ohne davon beunruhigt zu werden. Nach der Sünde wurde ihr Verhältnis mit Gott unterbrochen, und infolgedessen wurde auch die Gemeinsamkeit unter ihnen so unterbrochen, dass sie sich schämten, nackt zu sein, und beeilten sie sich, sich zu bedecken. Die Geschichte des ersten Manns und der ersten Frau lehrt uns, dass, wenn in einer Familie die Gemeinsamkeit unterbrochen wird, das Einzige zu tun ist, das Verhältnis mit dem Herrn wieder herzustellen, indem man beginnt (oder wiederbeginnt), zusammen zu beten. Wenn wir so tun, sagt uns das Evangelium heute, bekommen wir hundertmal Häuser, Felder und Brüder.  Das wird aber unseren Reichtum nicht vermehren: Die Häuser, die Felder werden da sein, um die bedürftigsten Brüder zu beherbergen und sättigen. Endlich werden wir nur das besitzen, was wir geteilt haben: Das ist die Lebensgabe, die Jesus uns mitgebracht hat.

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