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XIX Woche im Jahreskreis – Donnerstag

Von der Vergebung zur Liebe

Hierauf trat Petrus an ihn heran und fragte ihn: »Herr, wie oft muß ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich vergeht? Bis zu siebenmal?« Da antwortete ihm Jesus: »Ich sage dir: Nicht bis zu siebenmal, sondern bis siebenzigmal siebenmal. Darum ist das Himmelreich einem Könige vergleichbar, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Als er nun mit der Abrechnung begann, wurde ihm einer vorgeführt, der ihm zehntausend Talente schuldig war….. Da warf sich der Knecht vor ihm zur Erde nieder und bat ihn mit den Worten: ›Habe Geduld mit mir: ich will dir alles bezahlen.‹…  Als aber dieser Knecht (aus dem Hause des Herrn) hinausgegangen war, traf er einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldig war; den ergriff er, packte ihn an der Kehle und sagte zu ihm: ›Bezahle, wenn du etwas schuldig bist!‹ ….Da ließ sein Herr ihn vor sich rufen und sagte zu ihm: ›Du böser (= nichtswürdiger) Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich darum batest;hättest du da nicht auch Erbarmen mit deinem Mitknecht haben müssen, wie ich Erbarmen mit dir gehabt habe?‹ Mt 18,21-33

Vor einigen Jahren war ich in einer Gruppe der Erneuerung in Calabria, um einige Heilungen zu beten. Wenn wir uns sammelten, um in einer Atmosphäre von Glauben, Loben und Liebe für einander zu beten, ergoss sich der Heilige Geist gewöhnlich über die Anwesenden und auch der Leib fühlte sofortige Nutzen, falls er Probleme hatte, indem er sich mit dem Verstand und Geist harmonisierte, und manchmal geschahen echte Heilungen. Jenen Tag verwirklichte die wundertätigen Liebe des Herrn aber keine Wirkungen. Auf einmal machte ein Bruder der Gebetsgruppe die Bibel auf und las: „Und wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt“ (Mk 11, 25). Das war die Antwort an unser Problem. Wir begannen, um die Menschen zu beten, denen wir nicht vergeben hatten; das Gebet löste sich auf und manche begannen, die guten Wirkungen gegen das Unheil, das sie seit lange hatten, zu fühlen.

Wenn wir unserem Bruder nicht vergeben, ist es, als ob wir eine Mauer um unser Herz bauen, die der Liebe und der Gnade Gottes behindert, uns zu erreichen und in uns zu wirken. Trotzdem haben wir uns gefragt, warum die Stelle von heute uns ermahnt, „siebenzigmal siebenmal“ zu vergeben, anstatt ein für alle Mal. Der Grund zu solcher Beharrlichkeit – hat uns der Herr gesagt – ist, dass der Mangel an Vergebung ist eine Art Hass: Der Hass verlässt unser Herz nach und nach, nicht sofort. Es ist wie eine infizierte Wunde, die man mehrmals reinigen und desinfizieren muss, um den ganzen Eiter, der vom Inneren entsteht, zu entfernen. Die Vergebung verursacht aber nicht den Übergang vom Hass zur Gleichgültigkeit, sondern vom Hass zur Liebe: Ich bin sicher, dass ich meinem Bruder vergeben habe, wenn ich ihn liebe. Es ist nicht einfach, den Feind zu lieben, aber es gibt ein Geheimnis, um so tun zu lernen: Zu beginnen, sich selbst zu lieben und zu vergeben. Der, wer an sich selbst nicht vergibt und sich selbst nicht liebt, kann nicht den anderen vergeben und sie lieben. Wir müssen so die Schuldgefühle entfernen, nicht schlecht an uns denken, und bekommen wir oft das Sakrament der Beichte. Wir können so uns selbst lieben, und so auch unseren Nächsten.

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