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XV Woche im Jahreskreis – Samstag

In uns ist es Christus, der liebt

Die Pharisäer aber gingen hinaus und fassten den Beschluss, Jesus umzubringen. ls Jesus das erfuhr, ging er von dort weg. Viele folgten ihm, und er heilte alle Kranken. Aber er verbot ihnen, in der Öffentlichkeit von ihm zu reden. Auf diese Weise sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist:  Seht, das ist mein Knecht, den ich erwählt habe, /  mein Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe. Ich werde meinen Geist auf ihn legen / und er wird den Völkern das Recht verkünden. Er wird nicht zanken und nicht schreien /  und man wird seine Stimme nicht auf den Straßen hören. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen / und den glimmenden Docht nicht auslöschen, / bis er dem Recht zum Sieg verholfen hat. Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen. Mt 12,14-21

„Viele folgten ihm und er heilte alle Kranken. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht nicht auslöschen“. Wir stehen vor einer Milde, einer Barmherzigkeit und einer Nächstenliebe, die wegen ihrer endlosen Größe uns überraschen. Wenn diese die Gefühle Jesus sind, wie ist es dem Christen möglich, das Bild von Christus zu sein? Welchen Weg muss man gehen, um der Welt ein nicht zu entstelltes Bild des Sohns Gottes zu zeigen? Es ist nicht zu denken, auf die menschliche Sprache zu zahlen, indem wir am besten unsere natürliche Begabungen, die Energie und die ansteckende Begeisterung unseres Charakters zu ausnutzen. Wir würden Sympathie bekommen und uns wird nicht persönliche Befriedigung fehlen. Aber ist das, was der Herr von uns will? Um eine christliche Botschaft mitzubringen, müssen wir tatsächlich ihn mitteilen, und nicht uns selbst. Dazu muss Christus in uns leben, und wir müssen seinem Wort täglich, demütig zuhören. Das entfremdet uns nicht die Welt, wo wir wirken, aber das erleuchtet uns mit seinem Licht und erlaubt uns, ihn dauernd und mutig zu beweisen. Wir sind berufen, uns zu bekehren und jeden Tag in ihm unser Wesen sterben zu lassen. Wie können wir sonst eine Botschaft von Auferstehung bringen, wenn wir davor nicht in Christus sterben? Es ist der lebende Christus in uns, der jeden Tag uns heilt, der durch uns den Leuten, den wir jeden Tag die Straßen entlang begegnen, die Heilung verkündet. Wenn wir Zeuge nicht so sind, sind wir nur anmaßende Söldner. Nur wenn wir den Herrn in uns den Nächsten lieben lassen, sind wir sicher, dass wir ihn am tiefsten lieben, ohne vor dem Fell der menschlichen Schwächen zu halten, denn Lieben heißt, immer und jedenfalls am tiefsten zu lieben. Maria Magdalena, Matthäus, Zachäus wären öffentliche zur Missgunst der Leute verurteilte Sünder geblieben, wenn sie nicht der Liebe des Herrn begegnet hätten. Auch in der schlechtesten Menschen lebt eine unsterbliche Seele, die wie die törichten Jungfrauen eingeschlafen ist. Der Christ ist berufen, sie zu erwachen, damit auch sie zusammen mit den Klugen Jungfrauen an der Hochzeit mit dem Herrn teilnehmen kann.

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