DEFS154

Dreifaltigkeitssonntag

Die Mission des Heiligen Geist 

Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich  selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden. Joh 16,12-15

Im Text von heute spricht Jesus mit den Jüngern. Sie sind traurig und desorientiert, denn er hat ihnen kurz gesagt, dass er sie verlassen müssen werde: „Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden“ (Joh 16, 7). Sie wissen nicht, wer der „Paraklet“ ist, ein griechisches Wort, das Beistand oder Tröster bedeutet, aber sie haben verstanden, dass Jesus weggeht und sie allein verlässt. Es ist der Moment der Trennung, der an den Schnitt der Nabelschnur, die die Mutter und das Kind verbindet, erinnert: Ein notwendiges Ereignis, damit der Sohn beginnt, ein unabhängiges Leben zu leben, und weiter wächst. Trotzdem, wie eine Mutter sein neugeborenes Kind nicht verlässt, sondern sie es stillt und im Laufe der Zeit ihm immer festere Nahrung gibt, so dass es stärker und unabhängiger wird, verspricht so Jesus seinen Jüngern den Heiligen Geist, den Tröster. Seine Abfahrt ist das Grundereignis für die Geburt der Kirche und ein Zeichen seiner Liebe für die Jünger, denn der Heilige Geist wird sie nicht nur trösten, da sie allein bleiben, aber ihnen auch denselben Geist geben, der er vom Vater bekommen hat. Das wird der Moment des vollen Reifen als Menschen und als Jünger, und dadurch werden sie Fähig werden, Wahrheiten, die sie nicht im Moment ergreifen, zu verstehen: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen“. Wenn der Tröster kommt – verspricht Jesus – „wird er euch in die ganze Wahrheit führen“.

Diese Wendung, „die ganze Wahrheit“, bedeutet, dass die Jünger über die Mysterien, die Gott, die Mission Jesu auf der Erde, die Wahrheiten des Evangeliums und jene über das Schicksal des Menschen, das Geheimnis der Schöpfung, den Sinn der menschlichen Geschichte, den universellen Heilsplan und die Wirklichkeit des Himmelreichs betreffen, erleuchtet werden. Es ist eine ganze, globale Wahrheit, die die Jünger in der Zeit der Botschaften Jesu in der Stelle von heute nicht verstehen, und ebenso nicht tragen, können. Sie können nicht vor allem den göttlichen Sinn des menschlichen Weggeben Jesu während des Leidens und seines bevorstehenden Tods am Kreuz empfangen. Und noch weniger können sie verstehen, dass sie auch das Kreuz erfahren werden, indem sie mit der Mission des Meisters weitermachen.

Diese Stelle des Evangeliums überträgt mit seiner herzlichen Süße auch die Gefühle der Eltern, der im Laufe der Jahren und mit dem Reifen der Erfahrung die Kinder verfehlen sehen, aber nur wenig tun können, um sie zu helfen. Sie können nur an den Herrn beten, so dass er sie wachsen lässt und den Heiligen Geist schickt, ihre Gedanken zu erleuchten und sie den Sinn des Lebens verstehen lässt.

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