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III Woche im Advent – Mittwoch

Die Kraft des Betens

[Johannes] sandte sie zum Herrn und ließ ihn fragen: »Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?«Als nun die Männer bei Jesus eintrafen, sagten sie: „Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt und läßt dich fragen: ›Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?‹«Jesus heilte in eben jener Stunde viele von Krankheiten, von schmerzhaften Leiden und bösen Geistern und schenkte vielen Blinden das Augenlicht. So gab er ihnen denn zur Antwort: »Geht hin und berichtet dem Johannes, was ihr (hier) gesehen und gehört habt: Blinde werden sehend, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote werden auferweckt, Armen wird die Heilsbotschaft verkündigt (Jes 35,5; 61,1), und selig ist, wer an mir nicht irre wird.“ Lk 7,19-23

Der Glaube braucht Bestätigungen. Er ist eine sehr zarte Wirklichkeit, wie die Landblumen, die als Kinder wir Pusteblumen nannten. Wir pflückten sie und… man brauchte nur ein Blasen, dass man nur mit einem bloßen Stiel in der Hand blieb. Im Evangelium von heute braucht auch Johannes der Täufer, in seinem Glauben bestätigt zu werden, so dass er seine Jünger schickt, Jesus zu fragen, ob er wirklich der Messias war. Jesus antwortet durch keine Argumentationen, sondern durch Zeichen: Er lässt die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Tauben hören. Die Wunder sind uns noch heute Ziegel, mit denen wir den Bau unseres Glaubens bauen. Am Anfang sind die Ziegel wenig, aber im Laufe der Jahre werden sie schnell mehr, denn unser Blick wird immer experter, das sich Folgen der Wunder im Alltagsleben zu erkennen. Endlich werden wir bewusst, dass das ganze Leben ein Wunder ist. Man braucht nicht fast immer, danach zu fragen: Es ist dieselbe Vorsehung, die uns in verschiedenen Formen erreicht, die die konkrete Antwort der Liebe Gottes sind: die Arbeit, das tägliche Brot, ein Mensch, die uns im richtigen Moment rät. Manchmal sind die Situationen des Tags so gut mit einander verbunden, dass man denkt, das alles Vorsehung ist, und dass der Herr bereit ist, die Sachen so zu organisieren, dass unser Glauben eine Bestätigung in den Ereignissen findet. Einen Tag war ich in Tunesien zusammen mit drei Kollegen. Am Sonnenuntergang gingen wir durch die Salzwüste, aus der die Sonne die letzten Glänze des Tages sandte. Auf einmal einer meiner Reisekameraden schlug vor, schnell die Stadt Tunis zu erreichen, um die Nacht in einem berühmten Nightclub zu verbringen, wo – so sagte er – die Frauen ganz verfügbar waren. Ich stimmte nicht mit dem Programm zu, aber meine Missbilligung hätte ihre Pläne nicht beschädigt. So fing ich an, ruhig zu beten, damit der Herr mir die Verlegenheit entfernte. Nach einigen Kilometern hatten wir eine Reifenpanne. Wir stiegen aus, wechselten das Rad und machten es fort. Noch einigen Kilometer und dann noch eine Reifenpanne. Wir haben die Nacht in der Salzwüste verbracht, indem wir auf eine Hilfe warteten, die nur bei Tagesanbruch kam.

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