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XXXIV Woche im Jahreskreis – Dienstag

Die Betrüger und die Panikmacher 

Als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus: Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden. Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen und an welchem Zeichen wird man erkennen, dass es beginnt? Er antwortete: Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. – Lauft ihnen nicht nach! Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort. Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen. Lk 21,5-11

In der Stelle von heute übergeht Jesus von der Vorhersage des Sturzes des Tempels von Jerusalem, der 70 n.Chr. geschah, zum eschatologischen Bild des Endes der Zeit. Das sind der Schluss der letzten zwei Etappen der Geschichte des Heils: Das Ende des an Israel anvertrauten Auftrags und des der Kirche anvertrauten Auftrags, der noch lebend ist. Die Ermahnung der Stelle von heute ist, die Tüfteleien über das Ende der Welt zu meiden, die ab der ersten Kirche in Thessaloniki bis zur unseren Zeit immer versucht haben, den christlichen Weg in der Geschichte für eine übernatürliche Zukunft umzuleiten. Diese Versuchungen werden von zwei Sorten Personen aufstachelt, vor denen die Stelle von heute uns warnt: Den „Betrügern“ und den „Panikmachern“. In unserer historischen Zeit finden epochale Veränderungen statt und es ist einfach, das soziale Engagement genau wegen der Religion zu vermeiden und vor der eigenen Verantwortungen zu drücken. Falsche Propheten und Scharlatane sind immer da gewesen, gestern wie heute, und sie haben einen gewissen Erfolg dank der religiösen Gefühlsbetontheit der Leute. Sie erklären sich als Gottgesandte und bieten fantasievolle Vorhersagen. Jesus warnt uns heute vor solchen Betrügern: „Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es! und: Die Zeit ist da. Lauft ihnen nicht nach!“.

Neben den Betrügern gibt es auch die Panikmacher, die sich immer vor den Ereignissen der Geschichte, der Familie und auch den eigenen Ereignissen fürchten: „Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken! […] Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen“. Es scheint uns, die heutigen Zeitungen zu lesen, aber Jesus beruhigt uns gegen jede Panikmache: „Aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt!“ (Joh 16, 33). Gib uns, Herr, den Glauben, um zu glauben, dass unsere Geschichte in deinen Händen ist.

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